Kindergärtner/in Julie (26 Jahre)

Wie du bist du dazu gekommen, Kindergärtnerin zu werden?

Julie: "Ich wollte schon immer etwas mit Kindern machen. So bin ich zum Beispiel auch schon sehr lange Leiterin vom Patro und habe so ständig Kontakt zu Kindern gehabt. Zusätzlich habe ich nach dem Abitur eine Berufsberatung gemacht und da wurde das dann nochmal bestätigt."


Wie bist du Kindergärtnerin geworden?

Julie: "Ich habe mein Abitur am CFA in Kelmis gemacht und bin dann an die Autonome Hochschule in Eupen gegangen. Damals musste ich im Juni eine Aufnahmeprüfung ablegen. Man sollte sich direkt bei der Hochschule informieren, ob und wann die Aufnahmeprüfung stattfindet und was dort genau gefragt wird. Ich habe die Prüfung zum Glück bestanden und wurde für das dreijährige Studium zugelassen. Nach dem Studium habe ich sofort angefangen zu arbeiten und nach zwei kurzen Zwischenstationen in Herbesthal und Kelmis, bin ich nun seit vier Jahren in Hergenrath angestellt."


Wie sieht das Studium eines Kindergärtners aus?

Julie: "Im ersten Jahr hatte ich hauptsächlich theoretischen Unterricht (Allgemein und Pädagogik) und kleinere Praktika. Ab dem zweiten Jahr wurden dann immer mehr Praktika durchgeführt. Es gibt auch den Unterricht „Laboratorium“, in dem sich die Klasse gemeinsam einen Tag im Kindergarten anschauen geht. Der praktische Unterricht bestand hauptsächlich aus Fächern wie Kunst (Malen, Basteln, Zeichnen,…) oder Musik."


Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit?

Julie: "Der Umgang mit den Kindern - man kriegt sehr viel von ihnen zurück. Kein Tag ist wie der andere und die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und wird nie langweilig."


Was findest du besonders schwierig an deiner Arbeit?

Julie: "Ich denke, dass es sehr wichtig ist, die Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Falls es Probleme gibt, sollte man versuchen, diese nicht mit zu nehmen und die Arbeit vom Privaten zu trennen. Jedoch ist das nicht immer einfach."


Wie sieht ein Tag im Kindergarten aus? Musst du auch nach Schulschluss noch etwas tun?

Julie: "Das hängt vom Kindergärtner selbst ab. Ich bin zum Beispiel sehr gerne früher in der Schule, um noch etwas „Ruhe vor dem Sturm“ zu haben. Dann, wenn die Kinder da sind, wird gebastelt, gesungen, gespielt, es werden Geschichten erzählt oder wir machen gemeinsam spielerische Rechenaufgaben. Die Tage sind immer strukturiert und werden vorher geplant. Wenn die Kinder nach Hause gehen, ist mein Tag jedoch noch nicht vorbei. Ich nehme dann noch an Versammlungen teil, beende die Bastelsachen der Kinder oder treffe Vorbereitungen für die nächsten Tage."


Wenn du dich nochmal entscheiden könntest, würdest du wieder Kindergärtner werden?

Julie: "Ja, das denke ich schon. Falls ich mich jedoch umentscheiden müsste, würde ich trotzdem etwas mit Kindern machen."


Was empfiehlst du Leuten, die Kindergärtner werden möchten?

Julie: "Ich würde jedem empfehlen, sich bei seinem eigenen Kindergarten oder dem Kindergarten im Dorf zu melden, um einfach mal in die Arbeit reinzuschnuppern und sich alles genau anzugucken. Alternativ könnte man auch erst als Kindergartenhelfer arbeiten um einen guten Einblick in den Beruf zu erhalten."


Was muss man deiner Meinung nach mitbringen, um Kindergärtner zu werden?

Julie: "Als Kindergärtner muss man auf jeden Fall mit Kindern umgehen können und einen guten Draht zu ihnen haben. Zusätzlich sollte man sehr geduldig und spontan sein, falls etwas Unvorhergesehenes passiert. Kreativität ist auch nicht verkehrt, da immer irgendetwas gemalt oder gebastelt wird."

 

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