SAVE - Schulabgänger­vermittlung

Wie groß sind die Chancen eines Schulabgängers oder Gesellen eine Stelle zu finden? Auf diese und ähnliche Fragen gibt's hier eine Antwort.

Wie groß sind die Chancen eines Schulabgängers oder Gesellen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft, eine Stelle zu finden? Wie lange muss er oder sie suchen? Welche Diplome führen am ehesten oder am schnellsten zum Erfolg? Um auf diese Fragen zu antworten, verfolgt das Arbeitsamt den beruflichen Werdegang der Jugendlichen, die sich nach Abschluss (oder Abbruch) ihrer schulischen oder beruflichen Ausbildung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft als Arbeitsuchende eintragen. Zum einen untersucht das Arbeitsamt den Verbleib aller Jugendlichen, die sich im Laufe eines Jahres als Arbeitsuchende eintragen (während 5 Jahren), zum anderen wird der Verbleib der Abiturienten und Lehrabgänger der Deutschsprachigen Gemeinschaft zum Ende Oktober des jeweiligen Jahres überprüft.

Ausführliches Zahlenmaterial zu diesem Thema steht als Download zur Verfügung; die wesentlichen Beobachtungen können aber wie folgt zusammengefasst werden:

In der jüngeren Vergangenheit lag die Zahl der jugendlichen Schulabgänger, die sich im Laufe eines Jahres beim Arbeitsamt eintragen, mehr oder weniger konstant bei etwa 700 Personen. Von diesen eingetragenen Jugendlichen verfügten 2016 rund 17% (d.h. 125 Personen) höchstens über einen Primarschulabschluss oder das Abschlusszeugnis der Unterstufe und gelten dadurch als niedrigqualifiziert bzw. Schulabbrecher. 55% hatten einen Lehr- oder Abiturabschluss und 28% einen Hochschul- oder Universitätsabschluss. Im Laufe der Jahre ist festzustellen, dass der Anteil der niedrigqualifizierten Jugendlichen an den Arbeitsuchenden (und ihre absolute Zahl) bis etwa 2008 angestiegen ist, während der Anteil der Hochqualifizierten gesunken ist. In den letzten 10 Jahren ist hingegen keine wesentliche Verschiebung mehr zu beobachten.

Schaut man sich den Verbleib dieser Personen an, so stellt man fest, dass rund 70% im Laufe des ersten Jahres eine Arbeit und rund 20% wieder eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen. Dies ergibt eine Integrationsquote von rund 90%. Auffällig ist in den letzten 10 Jahren eine Tendenz zur Wiederaufnahme eines weiterführenden Studiums (oder Ausbildung) nach der Eintragung, während die unmittelbare Vermittlung in Arbeit abgenommen hat. Der Anteil der eingetragenen Jugendlichen, die im ersten Jahr durchgängig arbeitslos geblieben sind, liegt jedes Jahr unter 5%.

Dass eine abgeschlossene Ausbildung oder Qualifizierung die Integrationschancen stark erhöht, zeigt sich auch an den Verbleibquoten: im Laufe des ersten Jahres nach der Eintragung haben über 90% der Jugendlichen mit Lehrabschluss, Hochschul- oder Unidiplom eine Arbeit aufgenommen, bei den Niedrigqualifizierten sind es hingegen nur 50% (Durchschnittszahlen der letzten 10 Jahre). Die Vermittlungsquoten der Abiturienten liegen zwischen 48% für das allgemeinbildende Abitur und 79% für das berufliche Abitur. Viele Abiturienten tragen sich allerdings nur vorübergehend als Arbeitsuchende ein, und beginnen danach wieder eine Ausbildung oder ein Studium: schließt man auch den Verbleib in Ausbildung mit ein, so erreichen auch die Abiturienten eine „Integrationsquote“ (d.h. Arbeit oder Ausbildung) von rund 90%.

Die Dauer bis zur Vermittlung in Arbeit liegt im Durchschnitt bei rund 3 Monaten (2016: 2,8 Monate). Auch hier zeigen sich Unterschiede nach Ausbildungsniveau: während die Vermittlung von niedrigqualifizierten Jugendlichen (Primarschulniveau oder Unterstufe Sekundarschule) im Schnitt rund 4,5 Monate dauert, liegt sie bei Personen mit Gesellenabschluss bei nur 1,5 Monaten. Bei Hochschul- und Universitätsabsolventen liegt die Vermittlungsdauer im Schnitt bei 2,4 bzw. 2,9 Monaten.

In Zusammenarbeit mit dem IAWM beobachtet das Arbeitsamt auch den Verbleib der erfolgreichen Lehrabgänger der jeweiligen Jahre: Auch hier ist festzustellen, dass rund 90% der Gesellen im November des jeweiligen Jahres als in Arbeit vermittelt betrachtet werden können (Abgänger 2017: 87%). Die höchsten Quoten erreichten im Schnitt der letzten 5 Jahre die Werkzeugmechaniker und die Bau- und Baunebenberufe mit rund 95 bzw. 92%. Doch auch in allen anderen Lehrberufen sinkt die Quote nicht unter 84%.

Auch die Abiturienten der Schulen in der DG verzeichnen hohe Integrationsquoten: Ende Oktober eines jeden Jahres sind rund 90% in Arbeit oder Ausbildung/Studium integriert (Abiturienten 2017: 92%). Von denjenigen, die sich beim Arbeitsamt eintragen, nehmen knapp 30% zunächst wieder ein Studium auf.