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Zahl der Arbeitslosen in Ostbelgien schon leicht rückläufig

Arbeitsmarkt-Info August 2020

Ende August 2020 waren in Ostbelgien 2.743 Vollarbeitslose gemeldet. Dies sind 30 Personen weniger als im Juli, was einem Rückgang um 1,1% entspricht. Die Arbeitslosenrate beläuft sich auf 7,5%. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Anstieg nur noch +4,5%.

Insgesamt waren nach Angaben des Arbeitsamtes Ende August 1.370 Männer (-34 im Vergleich zu Juli) und 1.373 Frauen (+4) als Arbeit­suchende ohne Beschäftigung eingetragen. Dies entspricht einem Rückgang um -1,1%.

Im Gegensatz zu früheren Jahren sinkt damit die Zahl der Vollarbeitslosen dieses Jahr schon im August. Klassischerweise gehen die Arbeitslosenzahlen erst im September wieder zurück, wenn viele Schulabgänger eine Arbeitsstelle gefunden oder ein Studium aufgenommen haben. Auch in den anderen Bereichen wird nach der Urlaubszeit wieder durchgestartet und Personal eingestellt. Es scheint somit, dass bislang aufgrund der Corona-Krise hinausgezögerte Einstellungen nunmehr doch erfolgt sind, da die Zahl der Abgänge aus Arbeitslosigkeit im August deutlich höher als in den vorangegangenen Monaten ist (und auch höher als im Vorjahr).

Gleichzeitig ist aber auch die Zahl der Eingänge, darunter diejenige der Ersteintragungen (Personen, die noch nie beim Arbeitsamt registriert waren), niedriger als im vergangenen Jahr.

In den anderen Regionen des Landes ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juli leicht gestiegen: Im Landesschnitt sind rund 8.500 Personen mehr gemeldet als Ende Juli, was einer Zunahme um 1,6% entspricht. Die Arbeitslosenrate Belgiens steigt geringfügig auf 10,1%. Den stärksten Anstieg mit +3,8% verzeichnet diesmal Brüssel, während er in Wallonien (+1,4%) und Flandern (+1,1%) gering ausfällt.

Um den saisonalen Einfluss auszuklammern, bietet sich ein Vergleich zum Vorjahr an: Die Zahl der Arbeitslosen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft liegt mit +177 im Vergleich zu August 2019 nach wie vor über dem Vorjahresniveau. Dennoch ist der Anstieg zum Vorjahr (+4,5%) bereits deutlich zurückgegangen: die größte Differenz zum Vorjahr wurde im Mai erreicht (+14,5%), seitdem verlangsamt sich der Anstieg und die Arbeitslosenzahl nähert sich sogar langsam wieder dem Vorjahresniveau.  Im Landesdurchschnitt beträgt der Anstieg zum Vorjahr +5,3%. Am stärksten ist er in Flandern +8,6%, am geringsten in Brüssel mit +2,1%.

Wie sich die Situation im Herbst entwickelt, ist derzeit schwer absehbar. Während zwar die Kurzarbeiterzahlen im Sommer stark rückläufig waren, kann dies auch davon beeinflusst sein, dass viele Beschäftigte ihren Jahresurlaub genommen haben. Ob die Kurzarbeit wieder zunehmen wird und ob ein Teil davon in Arbeitslosigkeit einfließen wird, muss sich noch zeigen.