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Wie erwartet Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostbelgien im April

Arbeitsmarkt-Info April 2020

Ende April 2020 waren in Ostbelgien 2.372 Vollarbeitslose gemeldet. Dies sind 54 Personen mehr als Ende März. Die Arbeitsuchendenrate steigt auf 6,5%.

[Pressemitteilung mit Übersichtstabelle im Downloadbereich]
 

Insgesamt waren nach Angaben des Arbeitsamtes Ende April 1.236 Männer (+37) und 1.136 Frauen (+17) als Arbeitsuchende ohne Beschäftigung eingetragen. Insgesamt liegt der Anstieg seit Ende März bei 2,3%. Während normalerweise im Frühjahr ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen ist, kann dieser Anstieg eindeutig auf die Auswirkungen der Corana-bedingten Maßnahmen zurückgeführt werden.

 

Der Anstieg ist vor allem bei den Arbeitslosen festzustellen, die schon seit mehr als 6 Monaten arbeitslos sind. Die Zahl der Personen, die erst weniger als 1 Monat lang gemeldet sind, also derjenigen die sich im März eingetragen haben, ist dahingegen sogar gesunken. Dies mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, da man erwarten würde, dass aufgrund der Corona bedingten Einschränkungen mehr Personen beim Arbeitsamt vorstellig werden. Dass dies nicht der Fall war, liegt vor allem daran, dass viele Betriebe das System der Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit (oder zeitweilige Arbeitslosigkeit) versetzt werden, müssen sich jedoch nicht beim Arbeitsamt als Arbeitsuchende melden und erscheinen somit auch nicht in der Statistik der Arbeitsuchenden.

Auf der anderen Seite ist ein deutlicher Rückgang bei der Vermittlung in Arbeit zu verzeichnen, einhergehend mit einem Einbruch bei der Meldung neuer Stellenangebote. Dadurch verbleiben mehr Personen in Arbeitslosigkeit, was den Anstieg der Arbeitslosenzahlen, vor allem bei den schon seit längerem arbeitslosen Personen begründet.

 

Dieselbe Entwicklung ist auch in den anderen Regionen des Landes zu beobachten: In Wallonien ist die Arbeitslosigkeit um 3,5% gestiegen, in Flandern sogar um 8,3%. Im Landesschnitt liegt ein Anstieg um 4,5% vor (+21.300 Personen). Nur in Brüssel sind die Arbeitslosenzahlen im April leicht gesunken.

 


Im Vergleich zum Vorjahr ist in Ostbelgien wie auch in den anderen Landesregionen ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen, in Ostbelgien um insgesamt 12,7% (oder 267 Personen mehr als Ende April 2019). Während dieser Anstieg in Ostbelgien schon seit Ende 2019 vorliegt und durch die Corona-Auswirkungen nochmals deutlich verstärkt wird, sind in den anderen Regionen erst seit März mehr Arbeitsuchende gemeldet als im selben Vorjahrszeitraum. Im April wurden landesweit rund 7,5% Arbeitslose mehr gezählt als letztes Jahr, in Flandern beläuft sich der Unterschied auf knapp 12% und in Wallonien auf 6,6%.