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Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Jahresende in Ostbelgien

Arbeitsmarkt-Info Dezember 2019

Ende Dezember 2019 waren in Ostbelgien 2.284 Vollarbeitslose gemeldet. Dies sind 73 Personen mehr als Ende November, was einem Anstieg um 3% entspricht. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,3%.

Insgesamt waren nach Angaben des Arbeitsamtes Ende Dezember 1.164 Männer (+50 seit November) und 1.120 Frauen (+23) als Arbeitsuchende ohne Beschäftigung eingetragen. Dieser Anstieg zum Jahresende verteilt sich über verschiedenen Sektoren, wobei saisonal bedingt vor allem das Baufach zu nennen ist.

 

Auch in den anderen Landesteilen sind die Arbeitslosenzahlen im Dezember leicht angestiegen, vor allem in Wallonien (+2,6%). Im Landesschnitt waren rund 1,2% mehr Arbeitslose gemeldet als im November. Insgesamt waren im Dezember in Belgien rund 470.000 Vollarbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote Belgiens beträgt 9,2%. In Wallonien beläuft sie sich auf 13,1%, in Flandern auf 5,9%.

 

Die Zunahme der Arbeitslosenzahlen in Ostbelgien ist sowohl im Norden wie im Süden zu verzeichnen. Sie ist fast ausschließlich auf Empfänger von Arbeitslosengeld begrenzt, während bei den Schulabgängern nach dem Rückgang der letzten 2 Monate erwartungsgemäß keine Veränderung mehr vorliegt. Der größte Anstieg (+11%) liegt in der Gruppe der 40-50-Jährigen vor. Die größte Altersgruppe in Ostbelgien sind weiterhin die Arbeitsuchenden über 50 Jahre, deren Anteil an der Arbeitslosenzahl bei 38% liegt. Dieser Anteil ist bei den Männern genau so groß wie bei den Frauen.

Knapp die Hälfte (49,3%) der Arbeitslosen in Ostbelgien werden zu den Langzeitarbeitslosen gezählt (seit mehr als 1 Jahr lang arbeitslos). Selbst mit diesem hohen Anteil liegt die Deutschsprachige Gemeinschaft aber noch unter dem Landesschnitt von 54%. Nur in Flandern ist diese Gruppe mit 48,9% etwas kleiner als in Ostbelgien. Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Ostbelgien dahingegen deutlich niedriger als in den anderen Landesteilen. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen beträgt hier 8,1%, im Vergleich zu 19% auf Landesebene. In Wallonien beträgt sie 28% und selbst in Flandern ist sie mit 13% höher als in Ostbelgien. Entsprechend ist auch der Anteil Jugendlichen an der Gesamtarbeitslosigkeit in Ostbelgien mit knapp 14% niedriger als in Flandern oder Wallonien (jeweils rund 19%).

Im Vergleich zum Vorjahr ist in Ostbelgien erstmals seit September 2014 nochmals ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen: Im Vergleich zu Dezember 2018 sind 63 Personen als Arbeitsuchende gemeldet, was einem Plus um 2,8% entspricht. In den anderen Region liegt weiterhin ein Rückgang vor (‑2,7% im Landesschnitt), allerdings auch deutlich schwächer als in den letzten Monaten.