Aktuelles

Neue Regeln für die Beschäftigungsförderung

Neue Beschäftigungsförderung ab dem 1. Januar 2019

AktiF und AktiF Plus ist das neue Beschäftigungsprogramm der Deutschsprachigen Gemein­schaft, das ab 2019 in Kraft treten wird.

Was ist AktiF und AktiF PLUS?

AktiF und AktiF Plus ist das neue Beschäftigungsprogramm der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt.

Durch die AktiF- oder AktiF Plus-Zuschüsse werden Arbeitgeber finanziell unterstützt, wenn sie Personen einstellen, die auf unserem Arbeitsmarkt benachteiligt sind.

Prioritäres Ziel ist es, die Arbeitslosigkeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu bekämpfen und die Beschäftigung zu steigern.

Welche Bedingungen muss ich erfüllen?

Alle AktiF- oder AktiF Plus-Berechtigten müssen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft wohnhaft sein, als nichtbeschäftigte Arbeitsuchende beim Arbeitsamt eingetragen sein, nicht der Schulpflicht unterliegen und nicht das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben.

Folgende Zielgruppen sind AktiF-Berechtigte und geben dem Arbeitgeber Anrecht auf einen AktiF-Zuschuss:

  1. Jugendliche unter 26 Jahren, ohne Abitur oder Gesellenzeugnis,
  2. Jugendliche unter 26 Jahren mit Abitur oder Gesellenzeugnis, die seit mindestens 6 Monaten arbeitslos sind;
  3. Ältere Arbeitsuchende ab 50 Jahre, die ihre letzte Arbeitsstelle unfreiwillig verloren haben;
  4. Langzeitarbeitsuchende, das bedeutet Personen, die seit mindestens 12 Monaten als nichtbeschäftigter Arbeitsuchende beim Arbeitsamt eingetragen sind;
  5. Opfer von Umstrukturierungen, Konkursen, Schließungen u.Ä., die höchstens ein Abitur oder Gesellenzeugnis besitzen.

AktiF Plus-Berechtigte sind Personen, die größere Schwierigkeiten haben, um sich auf dem Arbeitsmarkt einzugliedern. Sie geben dem Arbeitgeber Anrecht auf einen höheren Vorteil, den AktiF Plus-Zuschuss:

Es handelt sich um nichtbeschäftigte Arbeitsuchende, die mindestens 2 der folgenden vier Vermittlungshemmnissen aufweisen:

  • Eine verminderte Arbeitsfähigkeit;
  • Mindestens 24 Monate als nichtbeschäftigter Arbeitsuchende beim Arbeitsamt eingetragen sind;
  • Kein Abitur oder Gesellenzeugnis besitzen;
  • Weder Deutsch- noch Französischkenntnisse haben ( < Niveau B1).

Welche Arbeitgeber kommen für die Vorteile in Frage?

Alle Arbeitgeber mit Niederlassungseinheit in Belgien können die AktiF- oder AktiF Plus- Beschäftigungsförderung nutzen. D.h. kommerzielle, nicht kommerzielle Arbeitgeber und öffentliche Behörden können von dieser Beschäftigungsmaßnahme profitieren.

Ausgeschlossen sind Leiharbeitsvermittler im Falle von Leiharbeitsverträgen (=Interim).

Wie läuft das Ganze praktisch ab?

Das Arbeitsamt bescheinigt Ihnen, ob Sie die AktiF- oder AktiF PLUS-Bedingungen erfüllen. Hierzu reichen Sie einen Fragebogen beim AktiF-Dienst ein.

Die zuständigen Mitarbeiter/innen bearbeiten Ihre Anfrage und wenn Sie die Bedingungen erfüllen, erhalten Sie eine AktiF(PLUS)-Bescheinigung. Auf dieser Bescheinigung steht vermerkt, ob Sie AktiF oder AktiF PLUS berechtigt sind. Die Bescheinigung ist 4 Monate gültig. Die Gültigkeitsdauer ist auf der Bescheinigung vermerkt. Wenn es zu einer Einstellung kommt, geben Sie die Bescheinigung Ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Dieser stellt dann den Antrag auf Förderung beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Sie sollten bei all' Ihren Bewerbungsbemühungen immer mitteilen, dass Sie im Besitz einer Bescheinigung sind. Achten Sie auch darauf, Ihre Bescheinigung regelmäßig zu erneuern, wenn keine Einstellung stattgefunden hat.

Die Bescheinigung kann nur von einem Arbeitgeber aktiviert werden. Sollten Sie Ihren Job verlieren, müssen Sie einen neuen Antrag stellen.

Hier finden Sie ein Ablaufschema.

Und wenn die Einstellung schon stattgefunden hat?

Im Idealfall sind Sie am Einstellungstag im Besitz einer gültigen Bescheinigung. Ist dies nicht der Fall, haben Sie bis zu 20 Tage nach der Einstellung Zeit, Ihren Antrag beim Arbeitsamt einzureichen. Wenn Sie am Vortag der Einstellung die Zugangsbedingungen erfüllten, erhalten Sie die entsprechende Bescheinigung. Wenn die Frist von 20 Tagen allerdings verstrichen ist, kann Ihr Antrag nicht bearbeitet werden. Eine Förderung für den Arbeitgeber ist somit nicht mehr möglich.

Wie hoch ist der Zuschuss für den Arbeitgeber?

Folgende Beträge werden als Zuschuss gewährt:

 

 AktiF-Zuschuss

 AktiF PLUS-Zuschuss

Jahr 1 6.000 € (12 x 500€) 12.000 € (12 x 1000€)
Jahr 2 3.600 € (12 x 300€ ) 7.200 € (12 x 600€)
Jahr 3   3.600 € (12 x 300€)

 

Und wenn ich vorher eine Ausbildung im Betrieb mache?

Wenn der Arbeitgeber den AktiF- oder AktiF Plus-Berechtigten nach einer bestimmten Ausbildung einstellt, kann er von vorteilhafteren Zuschüssen profitieren. Wichtig ist, dass die Einstellung nahtlos an die Ausbildung im gleichen Betrieb stattfindet.

Dies gilt bei folgenden Ausbildungsmaßnahmen:

  • Individuellen Berufsausbildung im Betrieb (IBU - Ausbildungsmaßnahme des Arbeitsamtes)
  • Einstiegspraktikum (EPU - Praktikumsform des Arbeitsamtes)
  • Ausbildung im Betrieb (AIB - Ausbildungsmaßnahme der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben)
  • Lehre (mittelständige Lehre über das IAWM)
  • Industrielehre
     

In diesen Fällen kann der Arbeitgeber von höheren AktiF- oder AktiF Plus-Zuschüssen profitieren:

 

 AktiF-Zuschuss

 AktiF PLUS-Zuschuss

Jahr 1 6.000 € (12 x 500€) 12.000 € (12 x 1000€)
Jahr 2 6.000 € (statt 3.600 €)
(12 x 500 € statt 12 x 300 €)
12.000 € (statt 7.200 €)
(12 x 1.000 € statt 12 x 600 €)
Jahr 3   7.200 € (statt 3.600 €)
(12 x 600 € statt 12 x 300 €)

Und wie läuft das denn praktisch ab, wenn eine Ausbildung vor der Einstellung im Betrieb stattfindet?

Die Bescheinigung, auf der vermerkt ist, dass Sie AktiF oder AktiF PLUS berechtigt sind, muss zu Beginn der Ausbildung vorliegen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann diese bis zu 20 Tage nach Ausbildungsbeginn beantragt werden. Wichtig ist allerdings, dass Sie am Tag vor Beginn der Ausbildung die Zugangsbedingungen erfüllen. Bei der Einstellung nach der Ausbildung muss keine neue Bescheinigung beantragt werden, sofern der Übergang nahtlos ist.

Bei einer Ausbildung vor der Einstellung sieht der gesamte Ablauf so aus.

Was ist eine „verminderte Arbeitsfähigkeit“?

AktiF PLUS-Berechtigte sind Personen, die größere Schwierigkeiten haben, um sich auf dem Arbeitsmarkt einzugliedern. Sie geben dem Arbeitgeber Anrecht auf einen höheren Vorteil, den AktiF PLUS-Zuschuss. Um Anrecht auf AktiF PLUS-Vorteile zu erhalten müssen 2 von 4 Vermittlungshemmnissen vorhanden sein.

Die verminderte Arbeitsfähigkeit ist eines dieser Vermittlungshemmnisse und bezeichnet eine gesundheitliche Einschränkung, die die Stellensuche erschwert.

8 verschiedene Kriterien können die verminderte Arbeitsfähigkeit belegen. Es muss mindestens ein Kriterium erfüllt sein:

  • Eintragung bei der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben und im Rahmen eines Unterstützungsplans zur beruflichen Eingliederung begleitet werden. Nicht jede Eintragung bei der Dienstelle für Selbstbestimmtes Leben gibt somit Anrecht auf die AktiF(PLUS) Förderung.
  • Beschäftigung in der Zielgruppe einer Beschützende Werkstätte: bitte legen Sie Ihrem Antrag einen Arbeitsvertrag bei.
  • dauerhafte 33%ige Einschränkung, attestiert durch den Arzt des Landesamtes für Arbeitsbeschaffung (LfA – ONEm): bitte legen Sie Ihrem Antrag eine Kopie der Entscheidung des Arztes des LfA - ONEm bei.
  • dauerhafte 33%ige Einschränkung, attestiert durch ADG-Arzt
  • Im Arbeitsamt an einer spezifisch angepassten Begleitung für Personen mit erheblichen psychischen, medizinischen und sozialen Problemen teilnehmen.
  • FÖD: Bewilligung soziale und steuerliche Vorteile: bitte legen Sie Ihrem Antrag eine Kopie der entsprechende Bescheinigung bei.
  • FÖD: (theoretischer) Anspruch auf Beihilfe zur Ersetzung des Einkommens/Eingliederungseinkommens im Rahmen der Behindertengesetzgebung: bitte legen Sie Ihrem Antrag eine Kopie der entsprechende Bescheinigung bei.
  • FÖD: unter 21jährige mit geistiger u/o körperlicher Einschränkung von mind. 66% + Anrecht auf erhöhtes Kindergeld: bitte legen Sie Ihrem Antrag eine Kopie der entsprechende Bescheinigung bei.
     

Was heißt „nichtbeschäftigter Arbeitssuchender“?

Ein nichtbeschäftigter Arbeitsuchender ist eine Person, die beim Arbeitsamt als nichtbeschäftigter Arbeitsuchender eingetragen ist, seinen Wohnsitz im deutschen Sprachgebiet hat, nicht mehr der Schulpflicht unterliegt und nicht das gesetzliche Pensionsalter erreicht hat.