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Das Studium

Aufbau und Begriffserklärungen

40 europäische Staaten haben vereinbart, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Die Studiengänge werden in Struktur und Qualität einander angeglichen. Die Studienabschlüsse heißen Bachelor und Master.

Bachelor- und Master-Studiengänge haben ein Studienkonzept: sie sind modularisiert. Module sind größere Studieneinheiten, bestehend aus verschiedenen Veranstaltungen wie Vorlesungen und Seminaren. In diesen werden nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch für das Berufsleben wichtige Schlüsselkompetenzen wie z.B. Recherche- und Präsentationstechniken, Teamarbeit und Zeitmanagement vermittelt.


Bachelor
Den Bachelor erwirbt man nach einem zumeist dreijährigen Studium. Neben Wissenschaft und Theorie werden Praxiselemente angeboten, die sich konkret auf den Beruf beziehen.

Master
Wer sich nach dem Bachelor weiter spezialisieren will, kann nach dem Abschluss oder auch später berufsbegleitend ein zusätzliches, zumeist zweijähriges Master-Studium absolvieren.

Studieren in Bausteinen
Für jedes abgeschlossene Modul oder jeden „Baustein“ erhält man Leistungspunkte (Credits). Sie werden während des Studiums gesammelt. Die Abschlussnote hängt damit nicht mehr allein von Prüfungen am Ende des Studiums ab, sondern auch von dem, was man das gesamte Studium über geleistet hat.

„Credits“
Die Leistungen der Studenten in den einzelnen Modulen werden nach dem European Credit Transfer System (ECTS) bewertet, d.h. innerhalb der einzelnen Studiengänge werden die Fächer mit Punkten (Credits) bewertet, die der Student sammelt, bis er alle Punkte, die für ein Studienjahr vorgesehen sind, zusammen hat (ein Credit entspricht ungefähr 24 Arbeitsstunden des Studenten). Ob er dies an einer einzigen Hochschule oder Universität macht oder Punkte an anderen Hochschulen oder Universitäten im In- oder Ausland sammelt, ist unerheblich.

Einschreibung
Was die Einschreibemodalitäten betrifft, so kann man sich nach dem Erhalt des Abiturdiploms in Belgien bis Mitte September an einer Hochschule oder Universität einschreiben. In Deutschland hingegen gibt es spezifische Einschreibefristen und Bewerbungsverfahren, welche zum größten Teil online ablaufen.  

 

Nützliche Internetadressen:

www.enseignement.be (de A à Z)
www.hrk-bologna.de

 

Hochschule oder Universität?

Hartnäckig halten sich die Gerüchte, mit einem Hochschulabschluss verdiene man im Berufsleben weniger und erhalte zudem weniger Anerkennung. Dies jedoch zu Unrecht, ein Studium an einer Hochschule kann je nach Branche Vorteile haben.

In der Theorie sind beide Studienfor-men schon längst gleichwertig. Bei der Unterzeichnung der Bologna-Erklärung wurde das Studiensystem komplett umgekrempelt. Heutzutage bilden Universitäten auch berufsbezogen aus und ein erworbener Bachelor der Hochschule qualifiziert ebenfalls zum Masterstudium an der Universität. Zudem bieten auch Hochschulen Masterstudiengänge an.

Hochschulen bieten Vorteile in jenen Branchen, in denen ein Umsetzen des Gelernten in die Praxis, beziehungsweise berufliche Erfahrung sinnvoll ist. Unter anderem sind damit die Bereiche Sport, Hotel-industrie, Marketing und Werbung gemeint. Für die Hochschulen ist es wichtig, auf dem neuesten Stand zu sein. Sie bieten gleich im ersten Jahr Kurse mit Praxisbezug im gewählten Fachbereich an, während die Universität anfangs vorwiegend allgemeinbildende Unterrichte vorweist. Die Hochschulen bereiten eher auf einen spezifischen Beruf oder ein spezifisches Berufsfeld vor.
In Belgien zum Beispiel organisieren die Hochschulen Studiengänge kurzer Dauer (ein Zyklus von sechs Semestern: berufsqualifizierender Bachelor) und langer Dauer (ein Zyklus von sechs Semestern: Übergangsbachelor, gefolgt von einem Zyklus von 2, 4 oder 6 Semestern: der Master). Die Universitäten organisieren nur Studiengänge langer Dauer, sprich Übergangsbachelor von 6 Semestern gefolgt vom Master von mindestens 2 Semestern. Beide Strukturen organisieren Ergänzungsmaster, aber nur die Universitäten organisieren den 3. Zyklus - das Doktorstudium.

Allein die Universitäten bieten Masterstudiengänge in z.B. Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften, Geschichte, Psychologie usw. an, also in Humanwissenschaften. In diesen Studiengängen wird sich nicht notwendigerweise auf eine spezifische berufliche Tätigkeit im Voraus festgelegt.

In der Regel sind Universitätsstudiengänge individueller ausgerichtet, der Rahmen sowie die Betreuung lockerer. Es wird von den Studenten erwartet, dass sie die Fähigkeit besitzen, autonom mit der Freiheit, die man ihnen gewährt, umzugehen und sich selbst zu organisieren. Im Gegensatz dazu bieten Hochschulen einen festeren und schulischeren Rahmen.  

Generell zu beachten ist, dass die universitären Studien eher auf Lehre und Forschung vorbereiten. Im Gegensatz dazu sind die Hochschulen praxisorientierter. Es ist also eine ganz individuelle Entscheidung, ob man zur Hochschule oder zur Universität geht. Die Wahl hängt also unter anderem vom Angebot und den persönlichen Vorlieben für Theorie oder Praxis ab.

 

Was erwarten die Hochschulen/Universitäten

Die Erwartungen an die angehenden Studenten sind von Hochschule zu Hochschule und von Universität zu Universität unterschiedlich. Es hängt davon ab in welcher Gemeinschaft oder welchem Land man studieren möchte. Auch sind die Anforderungen einer Hochschule nicht dieselben Anforderungen wie die einer Universität. Es kommt außerdem darauf an, für welches Studium man sich entschieden hat. Jedoch können sich die angehenden Studenten an den oben genannten Kompetenzen orientieren, da diese sowohl für Auszubildende als auch für Studenten gültig sind.

Die Angebote der Sekundarschulen

Einige Schulen in der Französischen Gemeinschaft bieten ein 7. Jahr nach erfolgreichem Abschluss der Oberstufe der Sekundarschule an. Es dient dazu, die angehenden Studenten so gut wie möglich auf bestimmte Studienfächer vorzubereiten. Das ist vor allem dann ratsam, wenn das vorher absolvierte schulische Programm im Hinblick auf das angepeilte Studium als unzureichend erachtet werden muss. Der Schüler kann zusätzliches Wissen erwerben, seine Arbeitsmethoden verbessern und sein Studium mit dem nötigen Selbstvertrauen angehen.

Ein solches Vorbereitungsjahr gibt es in folgenden Fächern:

  • Mathematik
  • Mathematik und Wissenschaften
  • Schauspiel und Verbreitungstechniken (als Vorbereitung auf die Eingangsprüfungen der Kunsthochschulen IAD und INSAS)

Die Angebote der Fortbildungseinrichtungen (Abendschulen)

Eine Reihe von Fortbildungseinrichtungen in der Französischen Gemeinschaft organisieren ebenfalls Kurse, die auf ein höheres Studium vorbereiten, insbesondere in den Fächern Mathematik, Wissenschaften und Methodik.

Die Angebote der Universitäten  

Die Universitäten organisieren Kurse, die auf ein Universitätsstudium vorbereiten. Es handelt sich meistens um kurze Ausbildungen von zwei Tagen bis zu drei Wochen (in der Regel von Mitte August bis Mitte September).

Die Kurse dienen unter anderem dazu,

  • die Kenntnisse in den wissenschaftlichen Fächern zu verbessern,
  • sich mit den sprachlichen Anforderungen vertraut zu machen (korrektes Französisch ist unerlässlich),
  • die Arbeitsmethoden dem Universitätsniveau anzupassen,
  • sich mit verschiedenen Computeranwenderprogrammen vertraut zu machen.

Die Vorbereitungsaktivitäten bestehen aus klassischen Frontalvorlesungen, Seminaren, Diskussionen, Übungen, Abfragen usw. Die Kurse sind studienbezogen. Das bedeutet zum Beispiel, dass künftige Informatiker nicht die gleichen Mathematikkurse haben wie Ingenieure in Management.

Darüber hinaus werden Selbstbewertungstests in Französisch (Muttersprache), Chemie und Physik angeboten.  

Ein Studentenzimmer (Kot) suchen und finden

Informationen zu dem Thema haben die Jugendinfobüros zusammengestellt. Über untenstehendem Link finden Sie viele Informationen und Tipps zu dem Thema. 

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