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Familien- und Seniorenhelfer/in

(letzte Aktualisierung: März 2002)

Familien- und Seniorenhelfer/innen unterstützen Menschen, die aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen nicht in der Lage sind, ihren alltäglichen Aufgaben im Haushalt und der Grundpflege nachzukommen.
Sie leisten individuelle, vorbeugende und unterstützende Hilfe. Sie bieten Kranken und Hilfebedürftigen qualifizierte Betreuung und Unterstützung im Haushalt.

1. Aufgaben und Tätigkeiten

Die Aufgaben, Arbeitsmöglichkeiten, Tätigkeiten sowie Arbeitsmittel und Objekte

Aufgaben

Familien- und Seniorenhelfer/innen unterstützen Menschen, die aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen nicht in der Lage sind, ihren alltäglichen Aufgaben im Haushalt und der Grundpflege nachzukommen. Sie verrichten ihre Arbeit bei den Familien bei Krankheit oder Überforderung (zum Beispiel bei schwierigen Schwangerschaften, kranken Müttern oder Depressionen), bei Personen, die Unterstützung brauchen bei der Pflege und Betreuung von Behinderten. In den meisten Fällen muß diesen Menschen aus Altersgründen geholfen werden.

Familien- und Seniorenhelfer/innen leisten individuelle, vorbeugende und unterstützende Hilfe. Sie bieten Kranken und Hilfebedürftigen qualifizierte Betreuung und Unterstützung im Haushalt. Dies machen sie vorübergehend oder langfristig. Familien- und Seniorenhelfer/innen werden von Sozialdiensten in Krankenhäusern, dem Öffentlichen Sozialhilfezentrum oder Familienmitgliedern angefragt, selten von der Person selbst. Welche Art von Unterstützung benötigt wird, wird dann von einem Sozialassistenten des Dienstes ermittelt.

Das Ziel der Heimpflege besteht darin, dem Nutznießer zu ermöglichen, weiterhin zu Hause zu leben. So braucht die Person nicht in ein Alten- oder ein Behindertenheim. Durch die Hilfe eines Familienhelfers, bzw. einer Familienhelferin kann auch ein Krankenhausaufenthalt verkürzt werden.

Familien- und Seniorenhelfer/innen versuchen die Lebensqualität der Nutznießer zu erhalten oder wiederherzustellen. Sie helfen dem Nutznießer in alltäglichen Aufgaben und im Haushalt: Mahlzeiten zubereiten, putzen, waschen, bügeln, Einkäufe erledigen und so weiter. Sie sollten versuchen, diese Tätigkeiten nicht an Stelle des Patienten zu erledigen, sondern ihn zu unterstützen, um dadurch seine Autonomie zu fördern. Daneben haben sie andere wichtige Aufgaben.

Die Betreuung und Pflege des Nutznießers passt sich den Bedürfnissen des Patienten an. Sie kann enthalten : die Körperpflege, das Darreichen der Nahrung, Einlagen und Schutzwäsche anlegen, die Unterstützung beim Toilettengang, Hilfestellung beim An- und Ausziehen ... Im Altenheim arbeiten sie im Team mit Ärzten, Krankenpflegern und dem therapeutischem Personal. Sie helfen bei der medizinischen Grundpflege indem sie die Einnahme der Medikamente überwachen, die Gewichtskurve beobachten, Fieber oder Blutdruck messen und Beobachtungen zum Zustand des Pflegebedürftigen an das dafür qualifizierte Personal weiterleiten. All diese Verrichtungen sollten in dem Bemühen geschehen, die verbliebenen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen zu erhalten und Ansätze zur Selbstständigkeit zu erkennen und zu fördern.

Psycho-soziale Hilfe leisten Altenpfleger/innen durch die moralische Begleitung des zu Betreuenden: sie hören ihm zu, unterhalten sich mit ihm und beschäftigen ihn. Da sie häufig die einzigen Ansprechpartner für alleinstehende Personen sind, nimmt das unterstützende Gespräch eine zentrale Rolle bei der Betreuung ein. In Familien mit Kindern nehmen sie an deren Erziehung teil, beschäftigensie und machen mit ihnen Hausaufgaben. Sie müssen ihn als Individuum und eigenständige Person achten. Manchmal begleiten sie die Person während des Sterbeprozesses. Sie sind Vermittler zwischen Pflegepersonal, Patient, Familie und Umgebung.

Sie müssen auch administrative Tätigkeiten ausüben. Sie erledigen Behördengänge und Post, gehen für den Patienten zur Bank oder zur Krankenkasse. Wenn gesundheitliche Probleme auftauchen, rufen sie den zuständigen Arzt oder den Notdienst an.

Arbeitsmöglichkeiten

Familien- und Seniorenhelfer/innen arbeiten in der Heimpflege, in einem Seniorenheim oder in einem Alten- und Pflegeheim. Sie sind im öffentlichen oder privaten Sektor beschäftigt.

Tätigkeiten

Personenpflege

  • Grundpflege (Teilwaschung, Ganzwaschung, Duschen, Baden, Hilfe bei der Lagerung und Mobilisation)
  • Haarpflege, Rasieren
  • Fingernägel schneiden
  • Säuglingspflege
  • Essen und Getränke reichen
  • Pflege bei Inkontinenz, Mithilfe beim Toilettentraining
  • Hilfe beim An- und Auskleiden, inklusive Prothesen und Stützstrümpfe
  • Zur Toilette führen
  • Überwachung der Ausscheidung, Hygiene und Maßnahmen bei Erbrechen, Übelkeit und Durchfall
  • Überwachung und Unterstützung der persönlichen Hygiene und der Hygiene im Haushalt
  • Wechsel von Urin- und Stomabeutel (bei verheiltem Stoma [= Künstlicher Darmausgang])
  • Gebrauch von Urinflasche und Steckbecken/Bettpfanne
  • Überwachung der Medikamenteneinnahme auf Anweisung des Arztes
  • Temperatur, Blutdruck und Puls messen
  • Überwachung der Atmung des Schlafs
  • Überwachung und Unterstützung des Schlafs

Hauswirtschaftliche Versorgung

  • Vorbereiten der Mahlzeiten: kochen und vorkochen, Darreichen der Nahrung, Konservieren von Lebensmitteln
  • Spülen
  • Aufräumen und Reinigen der Wohnung (vom Nutznießer bewohnte Räume)
  • Unterhalt der Wäsche : waschen, trocknen, bügeln, einräumen der Wäsche, nähen, flicken
  • Betten machen und beziehen
  • Einkäufe erledigen
  • Unterstützen beider Haushaltsführung
  • Pflanzen und Haustiere versorgen, falls notwendig, Beheizen der Wohnung
  • Kenntnisvermittlung über Haushaltsführung, gesunde Ernährung, ausreichendes Trinken
  • Unterstützung bei der Budgetverwaltung
  • Beratung über und Vermittlung von Hilfsmitteln zur Anpassung der Wohnung an die Situation des Nutznießers

Psycho-soziale Unterstützung

  • Gespräch, Unterhaltung, Zuhören, Spazieren gehen,
  • Erkennen der körperlichen und seelischen Bedürfnisse des Nutznießers
  • Krankenbetreuung
  • Kinderbetreuung
  • Kinder zur Schule oder zum Kindergarten bringen und abholen
  • Betreuung von Verwirrten
  • Unterstützung der Familie in ihrer erzieherischen Aufgabe
  • Begleitung zum Arzt, zu Behörden, Diensten
  • Information über und Vermittlung an andere Dienste
  • Pflege der sozialen Kontakte

Organisation

  • Teilnahme an Weiterbildungen
  • Teilnahme an Koordinationsversammlungen
  • Administrative Aufgaben : Verzeichnis der Tagesleistungen
  • Zusammenarbeit mit anderen Hilfsleistenden

Arbeitsmittel und Objekte

  • Haushaltsutensilien und -maschinen

2. Anforderungen

Körperliche Merkmale - Persönlichkeitsmerkmale - Arbeitssituation

Körperliche Merkmale

  • Gute körperliche Kondition

Persönlichkeitsmerkmale

Nötige Fähigkeiten

  • Entscheidungen treffen
  • Initiative ergreifen
  • Mit Gefühlen umgehen
  • Zuhören
  • Distanz zum Geschehen nehmen
  • Kritikfähigkeit

Eigenschaften

  • Teamgeist
  • Respekt vor Menschen
  • Psychisches Gleichgewicht
  • Taktgefühl
  • Pünktlichkeit
  • Geduld
  • Sorgfalt
  • Ehrlichkeit
  • Anpassungsvermögen
  • Empathie
  • Diskretion
  • Selbständigkeit
  • Organisationssinn
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kommunikationssinn
  • Fantasie
  • Flexibilität

Interessen

  • Sich um Menschen sorgen
  • Eine intensive Beziehung zu Menschen aufnehmen
  • Interesse an hauswirtschaftlichen Arbeiten

Arbeitssituation

Familien- und Seniorenhelfer/innen arbeiten im Team mit Krankenpflegern, Sozialassistenten und dem Pflege- und therapeutischen Fachpersonal. In der Heimpflege betreuen sie die Menschen alleine.

Im Altenheim arbeiten sie in Schichten, sie arbeiten an Sonn- und Feiertagen. Letzteres gilt auch für die Heimpflege. In der Heimpflege müssen sie mobil sein, da sie täglich verschiedene Nutznießer besuchen.

Familien- und Seniorenhelfer/innen müssen Hygiene- und Sicherheitsregeln beachten. Vor der Einstellung müssen sie sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. Sie müssen deontologische Regeln beachten und das Berufsgeheimnis wahren.

Aufgrund der vielfältigen Anforderungen dieses Berufes müssen Familien- und Seniorenhelfer/innen über ein hohes Maß an physischer und psychischer Belastbarkeit verfügen. Familien- und Seniorenhelfer/innen müssen die zu betreuenden Personen mobilisieren können und die entsprechenden Techniken kennen. Sie begegnen einigen Problemen: Alkoholismus, Tablettenabhängigkeit, Depressionen, Aggressivität, Familienkonflikten und erhalten oft wenig Anerkennung von Seiten der Familie.

3. Ausbildung / Studium

Ausbildungsmöglichkeiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft - Anerkennung und Gleichstellung der Diplome

Ausbildungsmöglichkeiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Die Ausübung des Berufs der Familien- und Seniorenhelfer/in in den von der Deutschsprachigen Gemeinschaft anerkannten Diensten erfordert den Besitz des Befähigungs- und Eintragungsnachweises, der vom Ministerium ausgestellt wird.

Berufsbildender Unterricht

Das schulische Bildungsangebot der DG entnehmen Sie bitte der Broschüre „Ausbildung für Schüler und Jugendliche“

 

Berufsbildende Maßnahmen des Arbeitsamtes / Forem

Familien- und Seniorenhelfer

Zulassungsbedingungen

Die Ausbildung richtet sich an Arbeitslose, an Wiedereinsteiger und alle, die sich beruflich neu orientieren wollen. Um teilnehmen zu können, muss der Kandidat als Arbeitssuchender eingetragen werden und mindestens 21 Jahre alt sein. Voraussetzungen sind auch eine physische und psychische Gesundheit, Freude am Umgang mit Menschen, sowie selbstständig arbeiten zu können. Die Kandidaten werden nach einem schriftlichen Test und einem Gespräch ausgewählt.

Studienort

Deutschsprachige Krankenpflegevereinigung in Belgien VoG - KPVDB

Dauer

Der Unterricht dauert 18 Monate. Er findet montags, dienstags, donnerstags und freitags von 09:00 bis 15:00 Uhr statt.

Inhalt
  • Grundpflege, Lebensgestaltung
  • Psychologie, Gesprächsführung
  • Ernährungs- und Diätlehre
  • Berufskunde
  • Gesetzgebung
  • Haushaltsführung
  • Praktikum

Anerkennung und Gleichstellung der Diplome

Für die Gleichstellung und Anerkennung von schulischen Abschlüssen (vom Primarschulabschluss bis zum Universitätsabschluss) in der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist das Ministerium zuständig. Dort sind auch weitere Informationen zu diesem Thema erhältlich.

Links
Kontakte

KPVDB - Deutschsprachige Krankenpflegevereinigung in Belgien VoG
Hillstraße 5
4700 Eupen
Tel.: +32 87 554888
Fax: +32 87 556150
Email: info@kpvdb.be
http://www.kpvdb.be

Maria-Goretti-Schule - MG
Prümer Straße 6
4780 Sankt Vith
Tel.: +32 80 280490
Email: info@mariagoretti.net
http://www.mariagoretti.net

RSI - Robert-Schuman-Institut
Vervierser Straße 89-93
4700 Eupen
Tel.: +32 87 591270
Email: info@rsi-eupen.be
http://www.rsi-eupen.be

4. Weiterbildung und Spezialisierung

Weiterbildungsmöglichkeiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft und in Belgien

Weiterbildungsmöglichkeiten in Belgien

Mittelständische Ausbildung

  • Verwalter von Altenheimen

Hochschulstudium 

  • Verwalter von Altenheimen

Fortbildungs- und Abendschulwesen

  • Verwalter von Altenheimen
  • Weiterbildungen in der Palliativpflege

Informationen für die Französischsprachige Gemeinschaft erteilt der Service d’information sur les études et les professions (SIEP), weitere Informationen zum Unterrichtswesen in der Französischsprachigen Gemeinschaft fiden Sie im Internet.

Weiterbildungsmöglichkeiten in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Weiterbildungen der KPVDB

Die Deutschsprachige Krankenpflegevereinigung in Belgien VoG (KPVDB) organisiert regelmäßig verschiedene Weiterbildungen. Einige Beispiele sind:

  • « Lasst uns richtig fair streiten ! » Vom Umgang mit Kritik und Widersprüchen in der Teamarbeit
  • Grundkurs und Aufbaukurs Kinästhetik[1]
  • Basale Stimulation


[1] Lehre von der angenehmen und schönen Bewegung. Ziel sind der Erhalt und die Verbesserung der Bewegungsfähigkeit des Menschen mit möglichst geringem Kraftaufwand und unter Einbeziehung seiner Fähigkeiten.

Links
Kontakte

KPVDB - Deutschsprachige Krankenpflegevereinigung in Belgien VoG
Hillstraße 5
4700 Eupen
Tel.: +32 87 554888
Fax: +32 87 556150
Email: info@kpvdb.be
http://www.kpvdb.be

5. Verwandte Berufe

Verwandte Berufe

  • Krankenhauslogistiker/in
  • Pflegehelfer/in
Links

6. Sonstige Informationsquellen

Hinweise zu Literatur und Medien, Internet- und Kontaktadressen

Internet- und Kontaktadressen
Links
Dokumente und Downloads
Pflegesektor DG - Studie WSR 2001 (pdf 0,66 MB)
Der Pflegesektor in der Deutschsprachigen Gemeinschaft: Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt
Bestandsaufnahme und zukünftiger Bedarf
Studie des Wirtschafts- und Sozialrates der DG (Juni 2001)
Kontakte

Familienhilfe VoG
Aachener Straße 11-13
4700 Eupen
Tel.: +32 87 590780
Fax: +32 87 590781
Email: info@familienhilfe.be

FASD - Fédération de l’Aide et des Soins à Domicile
Avenue Adolphe Lacomblé 69-71 Bte 7
1030 Bruxelles
Tel.: +32 2 7352424
Fax: +32 2 7358586
Email: secretariat@fasd.be
http://www.fasd.be/fasd

KPVDB - Deutschsprachige Krankenpflegevereinigung in Belgien VoG
Hillstraße 5
4700 Eupen
Tel.: +32 87 554888
Fax: +32 87 556150
Email: info@kpvdb.be
http://www.kpvdb.be

7. Berufsfilme

Berufsfilme

Filme zum Beruf

Input TV: Folge 12, Berufsbild: Altenpfleger
Eupen: Medienzentrum, 1999

Hier findet ihr Links zu Filmen über den Beruf Familien- und Seniorenhelfer:

Berufsinformation des VDAB (Belgien - auf Niederländisch)

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Weitere Links
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