
Die Beschäftigung in der DG
Die Deutschsprachige Gemeinschaft zählt derzeit 21.872 Arbeitnehmer/innen und 4.444 hauptberuflich Selbständige und Freiberufler (Stand 2009). Zusammen bilden diese die Erwerbstätigen in der DG (wobei allerdings Mehrfachtätigkeiten möglich sind). Aufgrund der Grenzlage zwischen Deutschland, Luxemburg und dem französischsprachigen Teil Belgiens spielen jedoch auch die Pendlerbewegungen für die DG eine große Rolle. So beläuft sich allein die Zahl der Auspendler nach Deutschland und Luxemburg auf rund 7.000 Personen, während Einpendler vornehmlich aus dem belgischen Binnenland kommen.
Nachdem die Zahl der Arbeitsplätze in den hiesigen Betrieben bis 2001 kontinuierlich angestiegen war, stagnierte ihre Zahl von 2002 bis 2006 mehr oder weniger, während die anderen Regionen weiterhin ein Beschäftigungswachstum verzeichneten. Nach dem neuerlichen Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze in den Jahren 2007 und 2008, machte sich 2009 die Wirtschaftskrise bemerkbar: Gut 400 Arbeitsplätze gingen im Vergleich zum Vorjahr verloren (-1,9%), hauptsächlich im Bereich der Zeitarbeit. Aufgrund des konjunkturellen Aufschwungs im Lauf des Jahres 2010 ist allerdings wieder mit einer positiven Entwicklung der Beschäftigtenzahl zu rechnen.
Die Arbeitslosenrate lag mit 8,2% im Jahresdurchschnitt 2010 über der flämischen Arbeitslosenrate (7,2%), aber noch deutlich unter der wallonischen (16,4%). Im Vergleich zu 2009 ist die Arbeitslosigkeit weiter angestiegen, allerdings nicht mehr in gleichem Maße. Seit Anfang 2010 ist wieder ein allmählicher Rückgang der Arbeitslosenzahl zu beobachten.
Die Deutschsprachige Gemeinschaft ist geprägt von einer klein- bis mittelständigen Unternehmensstruktur. 85% der privaten Arbeitgeber beschäftigen jeweils weniger als 10 Arbeitnehmer und weniger als 1% der Betriebe beschäftigt mehr als 100 Personen.
Der Primärsektor ist gekennzeichnet durch einen deutlichen Rückgang der Anzahl selbständiger Landwirte und hat dadurch stark an Bedeutung eingebüßt. Die Zahl der Arbeitnehmer und Selbständigen im Sekundärbereich (Industrie und Baugewerbe) ist seit 2000 um knapp 10% gesunken. Heute sind noch rund 27% der Erwerbstätigen in diesen Wirtschaftszweigen zu finden. Der Dienstleistungsbereich ist auch in der DG zum größten Arbeitgeber geworden und umfasst mittlerweile, nach einem bedeutenden Anstieg in den 90er Jahren und einem verlangsamten Wachstum nach 2001, 70% der Gesamtbeschäftigung.
Mit dieser Entwicklung einher geht auch ein zunehmender Anteil von Frauen an der Beschäftigung. Seit 1990 ist die Zahl der Arbeitnehmerinnen in der DG um rund 43% gestiegen, während die Zahl der männlichen Arbeitnehmer nur um 3% gestiegen ist. Die nur mäßige Entwicklung bei den Männern ist zum Teil auch auf den Rückgang der Arbeiterzahl (im Gegensatz zur Zahl der Angestellten) zwischen 2001 und 2006 und nach 2008 zurückzuführen. 45% der abhängigen Arbeitsplätze in der DG entfallen mittlerweile auf weibliche Beschäftigte, von denen allerdings ein Großteil (rund 61%) teilzeitbeschäftigt ist.
Wie viele andere Regionen Westeuropas ist auch die DG von einer zunehmenden Alterung der Erwerbsbevölkerung betroffen: mittlerweile ist jeder vierte Arbeitnehmer älter als 50 Jahre, und bei den Selbständigen beträgt ihr Anteil sogar 43%.
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